Volker Lechtenbrink, der Terraner – IN MEMORIAM

Hallo Mitwelt

So beginnt also dieser Tag. Da klicke ich mich durch die RSS-Feeds der Zeitungen und muss lesen,

Doch damit für heute leider nicht genug: im viel zu früheren Alter von 77 Jahren ist laut SPON und ZON der Schauspieler, Sync hronsprecher, Intendant, Regisseur, Texter, Country- und Schlagersänger, kurzum der inszenatorische Tausendsasser[1] Volker Lechtenbrink nach schwerer Krankheit verstorben. In den Meldungen und ersten nachrufen wird er zuallererst für den deutschen Antikriegsfilm Die Brücke hochgeschätzt, obwohl der von 1959 stammt und der damals erst 15jährige Volker Lechtenbrink bis zu seinem Tod vieltätig geblieben ist in den gut 60 Jahren seither. Ich gestehe: als Banause von quasi allem, das er betrieb, wäre er mir schlicht entgangen, hätte ich keine aktive Erinnerung an ihn. Kann mich beispielsweise nicht daran erinnern, dass wir Die Brücke in der Schule als Pflichtfilm geguckt hätten. Vielleicht hatte ich da aber auch bloß Männerschnupfen oder mangels Angesprochenwordensein ist er der Erinnerung entrückt.

Gerühmt wird er jedoch auch für seine tiefe, markante, sonore Stimme, die unverwechsel- und unverkennbar gewesen sei. Und hier habe ich dann doch endlich auch für einen Großen der deutschen Schauspielszene ein offenes Ohr. In wie vielen Hörspielen er mir – ggf. nur am Rande – begegnet, in den Gehörgang gelaufen ist, weiß ich nicht. Dass er es aber tat, ist haluterdrangwäschenfest sicher. Und zwar als niemand geringeres als der Serienheld persönlich, als the special one and only uns Perry, unser Mann im All, als die Synchronstimme für Perry Rhodan himself. Und zwar in den zweiundvierzig Hörspielen des Sternenozean-Zyklus nach (komprimierter) Vorlage des gleichnamigen Heftroman-Zyklus der Bände 2200-2299! Damit war Volker Lechtenbrink für mich nun wirklich nach Klang und Rang markante Stimme inmitten des Perryversums, wo er – nunmal durch und durch Serienheld – in führender Rolle auch reichlich Sprechzeit bekommen hat an der Seite Atlans (Volker Brandt).

Ich erinnere mich allerdings auch an ein Interview mit beiden Volkers im Anschluss an die ausgiebige Produktionszeit. Während Volker Brandt sich interessiert an Serie und eventueller Fortführung als sprechender Teil von ihr gezeigt hatte, war – damals nahezu empörend! – Volker Lechtenbrink trotz exponierter Rolle wenig angetan an einem Weiter. Schade, denn Volker L. hatte mir – ich gebe es zu – stimmlich für DIESE EINE Rolle besser gefallen, hat sie mit der ruhigen Tiefe der Stimme, die immer besonnen, immer Herr der Lage schien, ausgezeichnet ausgefüllt und belebt. Ja, so hätte ein, etwas älter als nur 36jähriger Perry mit Jahrtausenden an lebenserfahrung klingen können. Das war überzeugend, das war eindrücklich, das war sehr gut!

Vermutlich gibt es den gesamten Zyklus bei den üblichen Streamingverdächtigen, wo ich nicht bin. Auf CD gibt es sie nur noch gebraucht; wer sie als MP3-Download gerne hätte, wird bei Lübbe Audio fündig. Dort heißt es: Das große Hörabenteuer – Gesprochen von Volker Lechtenbrink Als wenn er alleine die polyphonen Aufnahmen gestemmt hätte;-)

Bei einer späteren Hörspielserie aus dem Perryversum, den 10 Folgen der Plejaden-Hörspiele hatte ich, ohne zuvor auf die Sprecher*innenriege geachtet zu haben, zunächst den Eindruck, Volker Lechtenbrink wäre doch nochmal zu Perry Rhodans Mund geworden. Doch nein, eine nur beim ersten Hinhören vergleichbar markant-sonore Stimme spricht unseren Mann im All: Torben Liebrecht.

So markant Volker Lechtenbrink der Serie für einen vollen Zyklus seine Stimme geliehen hat, quasi einen unüberhörbaren Mundabdruck hinterließ, so wenig er dieses Projekt für besonders gehalten hat, so sehr bleibt er mir hierüber in hörbester, stimminszenatorisch gelungenster Erinnerung. Daher erhebe ich auf ihn meinen Kakaobecher, spitze in Anerkennung die Ohren, zolle ihm neben sooo vielen anderen Rollen auch für die des Perry Rhodan Respekt und wünsche IN MEMORIAM und nur besten serienfannischen Sinne

AD ASTRA TERRANER


  • EDIT am 24.11..2021 mit Einfügung dieser Fußnote, um 1. Zu korrigieren, dass er 1959 bei Die Brücke nicht schon 17, sondern erst 15 Jahre jung war; 2. Zwei nachrufe auf ihn ergänzt: von Arno Frank bei SPON Und von Volker Weidermann bei ZON, demnach Lechtenbrink ein “Volkskünstler“. gewesen war.
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